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Wirtschaftsförderung in Waldbronn

08.12.08
Von: Ralf Störzbach

Bürgermeister Ehrler verweist in seiner Stellungnahme auf die Leistungen der gemeindlichen Wirtschaftspolitik. Hierbei wirft er mir vor, daß der neue Vorstand des WS unter meiner Leitung "in Gepflogenheiten eingreift" und den WS für politische Zwecke "instrumentalisiert". Nur der Vollständigkeit halber möchte ich hier einige Beispiele nennen, wo der WS tatsächlich mit bisherigen Gepflogenheiten bricht:

1. Ich habe sofort nach meinem Amtsantritt einen runden Tisch mit Gewerbe und Gemeinde ins Leben gerufen. Ausdruck dafür war die Einladung an den Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden zu einem Unternehmerstammtisch (der übrigens auch neu ist). Dort wurde ausführlich über die Schaffung eines neuen Gewerbegebietes diskutiert, was die Planungen hierzu im Nachhinein maßgeblich beschleunigt hat.

2. Der WS hat dieses Jahr zum ersten Mal aktiv (und unter ordentlicher finanzieller Beteiligung) den Waldbronner Auftritt auf der OFFERTA mitgestaltet und geplant. Dadurch wurde die Messepräsentation zu einer "echten" Gemeindepräsentation, die Waldbronn in seiner Vielfalt gezeigt hat. Dieses Konzept stieß durchweg auf positives Echo.

3. Die Mitglieder des WS (und damit auch die Kurverwaltung) werden seit meinem Amtsantritt regelmäßig mit einem neu geschaffenen "Info-Brief" über die Vereinsaktivitäten informiert. Auch diese neue Webseite dient der Kommunikation und stellt den Verein und die Leistungen seiner Mitglieder positiv in der Öffentlichkeit dar. Die Vereinsmitglieder haben diese Neuerungen durchweg begrüßt und freuen sich über den neuen Schwung im Vereinsleben.

4. Gegen die von der Gemeindeverwaltung formulierten Regeln zur Veröffentlichung von Meldungen im Amtsblatt habe ich in einem persönlichen Gespräch mit Bürgermeister Ehrler erreicht, daß wir im Amtsblatt wieder mit einem Bild berichten können, wenn neue Mitglieder dem Verein beitreten. Dies halte ich für wichtig und angemessen. Die persönliche Begrüßung bei Geschäftseröffnung nimmt der Bürgermeister selbst vor. Dies mag als gutes Beispiel für eine gelungene Aufgaben-Nutzen-Verteilung gelten. Und dafür, daß ein offenes und konstruktives Gespräch immer auch einen positiven Effekt hat.

Weitere Punkte hier aufzuzählen wäre müßig. Eines ist jedoch klar: Eine gesichtslose und stumme Menge von Gewerbetreibenden kann sich niemand wünschen. Der WS "lebt" unter der Führung des neuen Vorstandes wieder. Und dazu gehört eben auch, daß gewerbepolitische Interessen klar gegenüber der Gemeinde formuliert werden. Dies ist eine der ureigensten Aufgaben einer Interessenvertretung und hat nichts mit "Instrumentalisierung" im politischen Sinne zu tun. Der WS mischt sich nicht in die allgemeine Gemeindepolitik ein. Diskussionen über Kurhausvorplätze und andere politische Themen überlassen wir den Parteien und Fraktionen im Gemeinderat. Wenn wir jedoch nach unseren Wünschen und Ideen zur Gewerbepolitik gefragt werden (und das war beim "Gewerbeforum" der CDU der Fall), dann ist der Wunsch nach einer stärkeren Positionierung eines Wirtschaftförderers als Bindeglied zwischen Gemeindeverwaltung und Selbständigen eine legitime gewerbepolitische Äußerung. Nirgendwo habe ich behauptet, es gebe keine Wirtschaftsförderung in Waldbronn. Wir stellen uns nur vor, daß ein eigenständiger Wirtschaftsförderer, der nicht durch andere Aufgaben zeitlich belastet ist, der Sache im positiven Sinne mehr dienen kann. Diese Vorstellung wurde übrigens von allen Beteiligten (auch den anwesenden CDU-Vertretern) positiv aufgenommen und unterstützt.

Letztendlich bringt es jedoch niemandem etwas, einen völlig überflüssigen "Grabenkrieg" in Waldbronn loszutreten, das war und ist natürlich auch nicht meine Absicht. Wir wollen die Gewerbepolitik in Waldbronn (und nur die) zum Wohle aller Beteiligten mitgestalten. Daß wir, und im Besonderen ich in meiner Funktion als Vorsitzender, dabei die Positionen und Ideen der Gewerbetreibenden vertreten, ist logisch.

Ich habe mit Bürgermeister Ehrler einen Gesprächstermin vereinbart, um ein gemeinsames Positionspapier zu erarbeiten. Dieses wollen wir dann als Pressemitteilung der Öffentlichkeit vorstellen, um klar zu machen, daß wir in Waldbronn an einem Strang ziehen. Das kann manchmal etwas kompliziert sein, wenn eine Seite mehr nach rechts, die andere mehr nach links zieht, aber das Entscheidende ist, daß am Schluß die Richtung stimmt und das Ziel erreicht wird. Denn davon lebt die Gewerbepolitik einer Gemeinde.

Herzlichst,
Ihr Ralf Störzbach
- Vorsitzender WS e.V. -


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