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Waldbronner Schnupperlehre: Schüler auf der Suche nach ihrem Traumberuf

10.01.12

Moritz, Patrick, Ece und Rajenda von der Albert-Schweitzer-Schule suchen ihren Traumberuf. So wie die anderen Schülerinnen und Schüler aus der 8. Klasse der Albert-Schweitzer-Schule auch. Viele unserer WS-Mitglieder helfen ihnen dabei und lassen die Jugendlichen für einen Tag in ihre Betriebe „reinschnuppern“.

Es wirkt noch ein wenig zögerlich und vorsichtig. Verständlich, denn Patrick Höfinger poliert heute zum ersten Mal ein Metallgeländer. Der Schüler der Albert-Schweitzer Schule ist zu Gast bei der Firma Metallbau Ludwig Kunz. Mit einem Arbeitskittel bemantelt darf der 14-Jährige richtig mit anpacken. Das Geländer muss zunächst geschliffen und bearbeitet werden. Später wird es dann beim Kunden montiert. Es macht ihm sichtlich Spaß und er weiß, hier muss er sauber arbeiten. Die Arbeit gefällt ihm, ebenso wie bei Holzbau Becker und der Schreinerei Rimmelspacher. „Mit Holz arbeiten macht mir besonders viel Spaß“, erzählt Patrick. Auch daheim mache er viel Laubsägearbeiten.

Das gemeinsame Projekt von der Albert-Schweitzer Schule, der Schulsozialarbeit und den Waldbronner Selbständigen will die Berufswahlkompetenz stärken. Rund 20 Betriebe nehmen in diesem Jahr an der Waldbronner Schnupperlehre teil, die bereits vom Land Baden-Württemberg ausgezeichnet worden ist. Alle Beteiligten profitieren davon: Die Schüler von der Vielfalt der Angebote, die Betriebe von potentiellen Auszubildenden. Von Friseuren über verschiedene Handwerksberufe bis hin zu Heilberufen ist die Vielfalt groß. „Den Schülern tut die Schnupperlehre sehr gut, sie lernen dadurch verschiedene Berufsbilder kennen und können so ihr Selbstbewusstsein stärken“, erklärt Detlef Schäfer von der Schulsozialarbeit. Denn schließlich müssen sie sich in der neunten Klasse auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Viel gelernt haben sie bereits im Vorfeld. Sechs Stunden intensives Telefontraining haben sie hinter sich. Für die Zukunft wünscht sich Detlef Schäfer, dass noch mehr Plätze aus dem Bereich Heilberufe bei der Schnupperlehre angeboten werden. Hier wäre die Nachfrage gerade bei den Schülerinnen sehr groß.

Ece Topal hat Glück: Sie hospitiert heute in der Zahnarztpraxis Dr. Herbert Hatzelhoffer. Bereits um acht Uhr stand sie parat und durfte bereits Patienten in die Behandlungsräume begleiten und Instrumente reinigen. Auch am Computer durfte sie schon arbeiten. Zahnarzthelferin könne sie sich als Beruf „sehr gut vorstellen“. Es mache ihr viel Spaß. Ece war bereits im Reisebüro und beim Pferdehof.

„Hier gefällt es mir sehr gut, die Arbeit macht richtig Spaß“, freut sich Rajenda Vijayakumar. Die Schülerin ist heuer zu Gast bei Blumen Kraft. Hier darf sie die morgens angelieferten Blumen schneiden und ins Wasser stellen und auch im Laufe des Tages eines Strauß und ein Gesteck binden. Arbeiten, die viel Fingerfertigkeit verlangen. Und genau dass bereitet ihr viel Freude.Ein Beruf also, den sich Rajenda sehr gut vorstellen könnte. Außerdem „Blumen faszinieren mich“, so die Schülerin. Beste Voraussetzungen also.

Diese bringt auch Moritz Hornikel mit, da ist sich der Chef vom Autohaus Kunz sicher. „Er macht einen guten Eindruck“, so Werner Kunz, „und ist an allem interessiert“. Der 14-Jährige durfte bereits ein Defektes Fahrzeug auf Fehler untersuchen. „Der Bremsbelag ist ab und die Kupplung ist defekt“, berichtet Moritz, schon ganz Profi. Irgendwas mit Autos gefiele ihm schon, so der Schüler. Er war aber auch im Kindergarten, dort war es „echt lustig“.

Mittlerweile ist Patrick mit dem Polieren des Geländers fertig. Jetzt darf er mit dem Meister noch zum Kunden fahren und das Geländer montieren. Darauf freut er sich schon. Und auf nächste Woche, wenn er wieder einen anderen Ausbildungsberuf kennen lernen darf.


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