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Frauen können alles, auch in Männerberufen

27.05.11

Es ist ihnen nichts zu anstrengend oder zu schwer. Blöde Sprüche kommen kaum. Dass sie fast immer die „einzigen Mädchen“ waren, fanden sie schade, aber nicht weiter schlimm. Denn leider sind Frauen in „typischen“ Männerberufen immer noch eine Seltenheit. Hier stellen wir welche vor.

 

Jaqueline Eisele (s. erstes Foto) ist jung, hübsch und von Beruf Malerin und Lackiererin. „Ich habe das Handwerkliche im Blut“, sagt die 20-jährige, die in ihren jungen Jahren bereits Meisterin ist und schon selbst in Pforzheim Schüler im Rahmen ihres Berufsvorbereitungsjahres unterrichtet.

Während ihrer Ettlinger Schulzeit hat sie ein Praktikum bei unserem WS-Mitglied Form und Farbe Malerbetrieb Csernalabics gemacht. „Hier habe ich meine Kreativität entdeckt“, erzählt Jaqueline Eisele. Ein Bürojob wäre nie etwas für sie gewesen. Also hat sie direkt nach ihrem Realschulabschluss eine Ausbildung in Busenbach begonnen. Und nie bereut.

Ihr liegt die Abwechslung und der Umgang mit Menschen. Dass sie immer das einzige Mädchen war, hat sie zwar nie gestört, findet sie aber trotzdem schade. „Es kamen nie blöde Sprüche, ich habe immer alle gut im Griff“, sagt die Burbacherin lachend.

 

Erlebnisreicher girls-day

Auch Mira Kaselautzki und Merle Völkle haben während des girls-day einmal in Männerberufe reingeschnuppert. Und für gut befunden. Die Schüler-innen der 7.Klasse der Anne-Frank-Schule sind sich einig: „Es hat viel Spaß gemacht.“

Mira Kaselautzki hat einen Tag bei unserem Mitglied Firma Hornikel Gerüstbau und Stuckateur GmbH mitgearbeitet. "Ich fand es sehr spannend und aufregend", erzählt die Schülerin. Für sie war es eine "neue Erfahrung" mal praktisch und vor Ort zu arbeiten. So durfte sie die Innenwände eines Hauses mitstreichen.

Merle Völkle hat einen Tag bei einem Malerbetrieb der Waldbronner Selbständigen mitgemacht. Sie durfte mit Malerkittel und Pinsel ausgerüstet ebenfalls eine Wand streichen. „Ich kann mir gut vorstellen, eine Ausbildung als Malerin zu machen“, so die 13-jährige, denn sie sei gerne kreativ tätig.

 

Immer mit Respekt begegnet

Ihren Traumberuf hat Christine Vogel (s.Foto oben) ebenfalls während eines Praktikums in der Schule gefunden. „Ich wusste recht schnell, dass ich Autosattlerin werden wollte“, sagt die Waldbronnerin. Ihre Ausbildung hat sie dann 1989 als Kammer- und Landessiegerin beendet. Nach sieben Jahren als Gesellin, hat sie ihren Meister gemacht. Seit 1998 hat die 40-Jährige in der Friedensstraße ihre eigene Autosattlerei und Polsterei. Maximal zwei Frauen seien sie in der Berufsschule gewesen, erzählt Christine Vogel, und die Männer wären ihnen eher mit Respekt begegnet. "Die haben dann gemerkt, dass wir genauso gut und viel arbeiten können."

Da sie beispielsweise auch viel an der Nähmaschine sitzt, empfindet sie ihren Beruf nicht als typischen Männerberuf. Von Kollegen seien noch nie „dumme Sprüche“ gekommen. „Eher reagieren ab und zu die Kunden skeptisch“, sagt die zweifache Mutter grinsend, „die wollen dann den Chef sprechen“. Einer habe sogar mal am Telefon einfach aufgehängt. Aber das seien die Ausnahmen. Ansonsten reagieren die Kunden durchweg positiv auf eine Frau. Ein Kunde habe extra nach einer Frau als Autosattlerin gesucht, denn "die seien zuverlässiger".

 


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